Visa Info
9G Arbeitsvisum
Das 9G ist für ausländische Personen gedacht, die in den Philippinen für einen philippinischen Arbeitgeber eine rechtmäßige Beschäftigung aufnehmen. Es ist kein allgemeines Digital-Nomad-Visum und kein Freibrief, im Touristenstatus lokal zu arbeiten.
Passt für
Beschäftigung mit philippinischem Petitioner, Arbeitsvertrag, Arbeitgeberunterlagen und formaler BI-Antragstellung.
Validität
Das BI nennt für commercial 9G grundsätzlich ein, zwei oder drei Jahre, abhängig von Antrag, Vertrag und Arbeitgeberkonstellation.
Pflichten
ACR I-Card, Annual Report, Ausreise-Clearance und arbeitsrechtliche Unterlagen müssen mitgedacht werden.
Voraussetzungen konkret
- Philippinischer Arbeitgeber: Ein lokales Unternehmen oder eine lokale Organisation muss Dich beschäftigen und als Petitioner auftreten.
- Echte Tätigkeit: 9G ist für rechtmäßige Beschäftigung in den Philippinen gegen Lohn, Gehalt oder andere Vergütung.
- Arbeitsrechtliche Seite: AEP/DOLE, Unternehmensunterlagen und Vertrag müssen mit dem BI-Antrag zusammenpassen.
- Während der Bearbeitung: Wenn Arbeit schon beginnen soll, muss der Arbeitgeber prüfen, ob Provisional Work Permit oder Special Work Permit nötig ist.
- Nicht automatisch Remote Work: Wer von Cebu aus nur Kunden in Deutschland abrechnet, hat dadurch nicht automatisch einen 9G-Fall. Das ist separat nach Immigration, Steuer und Geschäftsmodell zu prüfen.
Wofür das 9G gut ist
9G ist der passende BI-Aufenthaltsstatus, wenn ein philippinisches Unternehmen Dich rechtmäßig beschäftigen will. In den BI-FAQ wird der 9G-Weg als Pre-Arranged Employees Visa beschrieben: Der Arbeitgeber in den Philippinen ist Petitioner, und der Antrag hängt an einer echten Beschäftigung.
Für Auswanderer ist die wichtigste Abgrenzung: Online für Kunden im Ausland zu arbeiten, macht Dich nicht automatisch zum 9G-Fall. Umgekehrt wird lokale Beschäftigung nicht dadurch legal, dass man als Tourist eingereist ist.
Was typischerweise gebraucht wird
Die BI-Seite nennt Checkliste, Application Form, Angaben zu Kindern falls relevant und eine notarisierte Bescheinigung zur Zahl ausländischer und philippinischer Mitarbeiter. Praktisch kommen Arbeitgeberdokumente, Arbeitsvertrag, Nachweise zur Qualifikation, arbeitsrechtliche Genehmigungsthemen wie AEP und die BI-Vorprüfung dazu. Das muss der Arbeitgeber aktiv mittragen.
Ablauf
Der offizielle BI-Ablauf folgt dem bekannten Muster: CGAF, Vorprüfung, Gebührenzahlung, Official Receipt, Hearing, biometrische Erfassung, ACR-I-Card-Antrag, Online-Prüfung des Approval-Status, Passabgabe zur Implementierung und Abholung der ACR I-Card. In den FAQ nennt das BI für commercial 9G ungefähr 40 Tage Bearbeitungszeit, abhängig von Vollständigkeit und Arbeitsaufkommen.
Kosten
Für Non-Top-1,000-Corporations nennt das BI als Principal-Gebühr PHP 10.130 für ein Jahr, PHP 17.170 für zwei Jahre und PHP 24.210 für drei Jahre. Für Top-1,000-Corporations werden PHP 10.630, PHP 18.170 und PHP 25.710 genannt. Zusätzlich nennt das BI ACR-I-Card-Gebühren von US$ 50, US$ 100 oder US$ 150 je nach Laufzeit. Dazu kommen Arbeitgeberkosten, arbeitsrechtliche Gebühren, Dokumente, Übersetzungen, Clearances und mögliche Dienstleister.
Annual Report und Ausreise
Als 9G-Inhaber bist Du registrierter Ausländer. Der Annual Report in den ersten 60 Tagen des Kalenderjahres ist deshalb ein Thema. Vor Ausreise muss außerdem geprüft werden, ob ECC-B, Re-Entry Permit oder andere BI-Anforderungen nötig sind. Wer mit Familie kommt, sollte Dependent-Status, Laufzeiten und gemeinsame Verlängerungen vor Antragstellung planen.
Praktische Visa-Agent-Einordnung
9G lohnt nur, wenn ein echter philippinischer Arbeitgeber vorhanden ist und dieser bereit ist, das Verfahren zu tragen. Ohne philippinischen Petitioner ist 9G normalerweise nicht Dein Weg. Dann sind die konkreten Alternativen: 9A zum Testen, 13A bei philippinischer Ehe, SRRV für Langzeitaufenthalt, SIRV/FIV bei Investor-Themen oder eine getrennte Steuer-/Immigration-Prüfung für Remote Work.
PWP, SWP und 9G sauber trennen
Ein häufiger Fehler ist, alle Arbeitsthemen in einen Topf zu werfen. Das 9G ist der eigentliche Status für eine vorab arrangierte Beschäftigung. Das Provisional Work Permit ist ein Übergangsthema, wenn ein 9G-Fall läuft und der Arbeitsbeginn nicht warten kann. Das Special Work Permit betrifft kurze bezahlte Tätigkeit von drei bis sechs Monaten. Keines davon ist ein Freibrief, im Touristenstatus einfach lokal zu arbeiten.
Die praktische Reihenfolge ist deshalb: Arbeitgeber prüfen, Stellenprofil und Vertrag klären, AEP/DOLE-Fragen einordnen, passenden Work-Permit- oder 9G-Weg wählen, aktuellen Aufenthaltsstatus sauber halten und erst dann Arbeitsbeginn und Visa-Timing festlegen. Wenn der Arbeitgeber diese Schritte nicht tragen will, ist das ein Warnsignal.
Was Arbeitgeber und Antragsteller liefern müssen
Der Arbeitgeber muss mehr liefern als ein Jobangebot: Unternehmensunterlagen, Petition, Beschäftigungsnachweis, Angaben zu philippinischen und ausländischen Mitarbeitern, arbeitsrechtliche Unterlagen und interne Zuständigkeit. Der Antragsteller braucht Pass, aktuellen Status, Qualifikationsnachweise, Fotos, BI-Formulare, Familienunterlagen für Dependents und Zeit für Hearing, Biometrics und Passimplementierung.
Für Ehepartner und Kinder sollte die Laufzeit gleich mitgedacht werden. Ein 9G-Antrag, der nur den Hauptarbeitnehmer sauber plant und die Dependents nachträglich improvisiert, verursacht oft unnötige Wege und Gebühren.
Unterm Strich
9G ist gut, wenn es einen echten philippinischen Arbeitgeber gibt. Ohne Petitioner ist es fast immer der falsche Gedanke. Für Auswanderer mit Online-Einkommen aus Deutschland ist 9G nicht automatisch die Lösung; dort müssen Aufenthaltsstatus, Steuer, Business-Struktur und lokale Tätigkeit getrennt geprüft werden.
Visa-Erstberatung für 99 EUR
Die Beratung ist allgemeine Visa-Orientierung und hilft zu klären, ob 9G wirklich passt oder ob Dein Fall eher 9A, 13A, SRRV, SIRV/FIV oder eine steuerliche Remote-Work-Einordnung braucht. Je nach Buchung inklusive Videoberatung oder 2 Stunden Vor-Ort-Hilfe, z. B. bei der Immigration.